
In Kooperation mit der Hospizbewegung St. Josef Friedrichshafen e.V.
Berlin. Heiko ist 29 Jahre alt, Tanzlehrer und ein Mensch voller Lebensfreude. Seit sieben Jahren lebt er mit einer tödlichen Krankheit und hat dabei immer wieder ärztliche Prognosen übertroffen. Seine Familie und seine Freunde haben sich längst daran gewöhnt, dass Heiko entgegen aller Erwartungen weitermacht. Doch dann kommt er nach Hause, um zu sterben. Was folgt, sind Wochen zwischen Hoffnung und Abschied, zwischen Tränen, Alltag und überraschend viel Lachen.
Vor allem Heiko und sein Vater Jürgen wollen die Hoffnung auf ein Wunder nicht aufgeben. Seine Mutter Karin versucht dagegen, ihren Sohn auf den bevorstehenden Tod vorzubereiten und mit ihm über ihre eigene Nahtoderfahrung zu sprechen. Heikos Schwester flüchtet sich zunächst ins Organisieren und sucht zugleich nach einer neuen Nähe zu ihrem Bruder. Freunde und Angehörige versammeln sich an Heikos Bett, verbringen die letzten Wochen mit ihm, erinnern sich, reden, weinen – und lachen gemeinsam.
„Überall, wo wir sind“ ist dabei weniger ein Film über das Sterben als über die Menschen, die damit leben müssen. Regisseurin Veronika Kaserer begleitet Heiko und sein Umfeld aus unmittelbarer Nähe und zeigt, wie unterschiedlich jeder Einzelne mit Verlust, Angst und Trauer umgeht. In besonders intimen Situationen arbeitet sie allein, um so wenig wie möglich in das Geschehen einzugreifen. Dadurch entsteht ein außergewöhnlich persönlicher Dokumentarfilm, der Widersprüche zulässt: Hoffnung steht neben Akzeptanz, Wut neben Zärtlichkeit und tiefe Trauer neben ausgelassener Freude.
Für Kaserer ist das Thema auch persönlich. Mit 25 Jahren verlor sie ihre Mutter an Krebs. Die Monate davor und danach beschreibt sie als eine Zeit extremer Gefühle, in der Aggression, Gleichgültigkeit, Liebe und Hoffnung oft unmittelbar aufeinanderfolgten. Diese Erfahrung prägt auch ihren Blick auf Heiko und seine Familie. Ihr Film möchte den Tod nicht erklären oder ihm seine Schwere nehmen. Stattdessen macht er sichtbar, wie intensiv das Leben gerade dort werden kann, wo seine Endlichkeit nicht mehr zu verdrängen ist.
„Überall, wo wir sind“ erzählt von einer Berliner Familie zwischen Festhalten und Loslassen und wird dabei zu einem berührenden Film über Nähe, Abschied und die vielen unterschiedlichen Formen der Trauer. Ohne falsches Pathos zeigt Veronika Kaserer, dass Trauer und Lebensfreude keine Gegensätze sein müssen. So entsteht ein ebenso intimes wie lebensbejahendes Porträt, das gerade im Angesicht des Todes davon erzählt, was es bedeutet, miteinander zu leben.
- Genre: Dokumentarfilm
- Land: Deutschland / Italien
- Jahr: 2018
- Regie: Veronika Kaserer
- Länge: 94 Min.
- FSK: im Presseheft nicht angegeben
Kartenverkauf: Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse im Cinéma 17 im Karl-Maybach-Gymnasium, jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Es ist nur Barzahlung möglich.
Eintritt: 6 Euro (regulär), 5 Euro (ermäßigt für Schüler, Studierende und Mitglieder des culturverein caserne e. V.)
Preise
Normal: 6 Euro
Ermäßigt: 5 Euro
Veranstaltungsort & Veranstalter
Veranstaltungsort
Cinéma 17 im Karl-Maybach-Gymnasium
Maybachplatz 2
Friedrichshafen
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Veranstalter
culturverein caserne e.V.
Heimatstrasse 30/1
88046 Friedrichshafen
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